Kann man einen Feigenbaum mit Blaukorn düngen?

Kurz gesagt: Bitte nicht. Blaukorn ist ein mineralischer Volldünger mit hohem Stickstoffanteil – das treibt eine Feige zu üppigem Blattwuchs ohne Frucht und macht sie anfällig für Kälte und Krankheiten.

Aus meiner Erfahrung in Berglen ist Blaukorn die häufigste Düngerfehlentscheidung bei Feigenkunden. Ich verwende es selbst nie. Hier warum:

Probleme mit Blaukorn:

  • Zu viel Stickstoff: Massive Triebbildung mit weichem, frostempfindlichem Holz. Frucht bleibt aus oder reift nicht aus.
  • Salzbildung im Substrat: Verbrennt empfindliche Wurzeln, vor allem im Kübel.
  • Kein Humusaufbau: Mineralisch, gibt dem Boden nichts an organischer Substanz zurück.
  • Auswaschung: Die Nährstoffe versickern schnell, gerade bei lockerem mediterranem Substrat.
  • Anfälligkeit: Eine überdüngte Feige zieht Läuse und Pilze regelrecht an.

Was ich stattdessen verwende:

  • Reifer Kompost: 1–2 cm Schicht im Frühjahr, leicht einarbeiten – mein Standardfutter.
  • Hornspäne: Langzeitwirkung, organisch, als Streichholz im Frühjahr.
  • Spezial-Mediterrandünger: Mit ausgewogenem N-P-K und Mikronährstoffen, kaliumbetont.
  • Komposttee oder Brennnessel-Jauche: Im Sommer alle 4–6 Wochen, sehr ausgewogen.
  • Holzasche: In kleinen Mengen für Kalium – aber nicht übertreiben, Bodenkalk wird oft unterschätzt.

Mein Grundprinzip: Lieber wenig und organisch als viel und mineralisch. Eine Feige ist ein Mediterranes Kind – sie will nicht überfüttert werden.

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