Kurz gesagt: Roh sollte man unreife grüne Feigen nicht essen – sie enthalten viel weißen Milchsaft (Latex), der die Schleimhäute reizt und beim Hautkontakt manchmal sogar Sonnenlicht-empfindlich macht. Gekocht oder eingelegt sind sie aber eine traditionelle Delikatesse.
Aus meiner Erfahrung in Berglen werden unreife Feigen oft entsorgt – schade, denn man kann viel Schönes daraus machen. Hier die Fakten:
Warum nicht roh:
- Der weiße Milchsaft (Latex) enthält Ficin und andere proteinspaltende Enzyme – wirkt reizend auf Mund-, Magen- und Darmschleimhaut.
- Kann zu Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall führen.
- Hautkontakt mit dem Milchsaft kann phototoxische Reaktionen auslösen (Rötung, Blasen unter Sonnenlicht).
- Geschmack: bitter, herb, „grün“ – nicht angenehm.
Was du daraus machen kannst:
- Sirup: Mit Zucker und Wasser einkochen – wunderbares Mittelmeer-Rezept (siehe meine FAQ „Unreife grüne Feigen Sirup“).
- Eingelegt in Sirup oder Likör: Wie eingelegte grüne Walnüsse, traditionell in Süditalien.
- Konfitüre: Mit Zucker und Zitrone gekocht – fester als reife Marmelade, intensiver Geschmack.
- Chutney: Mit Zwiebeln, Essig, Gewürzen – passt hervorragend zu Käseplatten.
Mein Tipp: Bei der Verarbeitung Handschuhe tragen wegen des Milchsafts. Die Sonne danach meiden, falls doch was auf die Haut kam – das sind keine theoretischen Gefahren, das gibt’s wirklich.
