Kurz gesagt: Bester Zeitpunkt ist der Spätwinter (Februar/März), bevor der Saft steigt. Sommerschnitt für Korrekturen ist möglich, im Spätherbst lieber nicht – frische Schnitte frieren zurück.
Aus meiner Erfahrung in Berglen warte ich gern bis Ende Februar oder Anfang März. Die Pflanze ist noch in Ruhe, aber die Knospen schwellen schon, sodass ich gut sehe, was lebt und was nicht.
Schnittzeitpunkte im Überblick:
- Spätwinter (Februar/März): Hauptschnitt. Strukturell, größere Eingriffe möglich. Frostfrei sollte es sein, ideal trocken.
- Frühling (April/Mai): Nur korrigierend, frostgeschädigte Triebe entfernen, sobald sie sichtbar sind.
- Sommer (Juni/Juli): Geiztriebe entfernen, Triebspitzen pinzieren für Verzweigung. Kein größerer Eingriff.
- Frühherbst (September): Nur sehr leichte Korrekturen, große Schnitte vermeiden.
- Spätherbst und Winter (Oktober–Januar): NICHT schneiden – frische Wunden frieren zurück und schwächen die Pflanze.
Was bei meinem Schnitt rausfliegt:
- Totes, abgestorbenes Holz
- Sich kreuzende oder reibende Triebe
- Nach innen wachsende Triebe (Krone auslichten)
- Schwache, dünne Triebe
- Bei Bedarf: zu lange Triebe einkürzen, immer auf eine nach außen zeigende Knospe
Werkzeug:
- Scharfe, saubere Gartenschere – stumpfe Scheren quetschen.
- Bei dickerem Holz: Astschere oder Säge.
- Schnitte schräg, knapp über einer Knospe.
- Wundverschluss bei Feigen unnötig – sie verheilen sehr gut.
Mein Tipp: Bei Brevas-tragenden Sorten das vorjährige Holz nicht zu stark einkürzen – die kleinen Knubbel sind die Frühfeigen des nächsten Jahres. Wer alles wegschneidet, schneidet sich die Brevas weg.
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