Wie viel Frost verträgt ein Feigenbaum?

Kurz gesagt: Je nach Sorte vertragen Feigen Temperaturen zwischen –10 °C und –20 °C, im Wurzelbereich auch tiefer. Die jungen einjährigen Triebe und Knospen sind meistens das schwächste Glied und gehen schon ab –12 bis –15 °C kaputt.

Aus meiner Erfahrung in Berglen ist das das Lieblings-Sorgenthema vieler Hobbygärtner. Hier die ehrlichen Zahlen:

Frosthärte nach Pflanzenteil:

  • Wurzelbereich: Bis –20 °C kein Problem, oft sogar tiefer mit Mulchschicht.
  • Mehrjähriges, verholztes Holz: –15 bis –18 °C, je nach Sorte.
  • Einjähriges Holz mit Brevas-Knubbeln: –10 bis –12 °C, sehr empfindlich.
  • Spätfrost im Frühjahr nach Austrieb: Schon –2 bis –3 °C töten frische Triebe – Hauptproblem hier in Süddeutschland.

Frostharte Sorten in meinem Sortiment:

  • Bornholm: Bis –20 °C verlässlich.
  • Brown Turkey: Bis –15 °C bewährt.
  • Negronne: Bis –15 °C robust.
  • Ronde de Bordeaux: Bis –15 °C, sehr früh tragend.
  • Madeleine des Deux Saisons: –12 °C, aber regenerationsstark.

Was passiert bei zu starkem Frost:

  • Triebe frieren zurück, oft bis ins zweijährige Holz.
  • Pflanze treibt aus dem Wurzelstock neu aus – meist im Mai/Juni.
  • Keine oder wenige Brevas in dem Jahr, Hauptfeigen reifen oft nicht mehr aus.
  • Pflanze überlebt aber, Geduld haben.

Mein Tipp: Egal wie frosthart die Sorte – im Freiland in Mitteldeutschland immer Wurzelbereich mulchen, Stamm mit Vlies oder Schilfmatte schützen. Im Kübel sicher kühl, aber frostfrei überwintern. Verlierer sind nicht die starken Frostnächte, sondern die Spätfröste nach dem Austrieb.

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