Kurz gesagt: Die „Würmer“ in Feigen sind eine alte Mär – meist sind das die Samen, die als kleine, knubbelige Strukturen in der Frucht sitzen. Echte Würmer (Maden) gibt’s nur bei befallenen, überreifen Früchten.
Bei mir am Hof in Berglen kommt diese Frage immer wieder. Hier die ehrliche Antwort:
Was du in einer Feige siehst:
- Samen: Die kleinen knusprigen Knubbel im Fruchtfleisch sind die Samen der Feige. Eine reife Feige hat hunderte davon. Sie sind essbar und geben den charakteristischen Biss.
- Fasern: Manchmal weiße, fadenförmige Strukturen – das sind Pflanzenfasern, kein tierisches Material.
Wann es wirklich Maden sein können:
- Essigfliegen-Maden: Bei überreifen, aufgeplatzten Früchten am Baum. Kleine, weiße, bewegliche Maden im Fruchtinneren – dann wegwerfen.
- Feigenspreizflügelfalter-Raupen: Bohren sich von außen rein. Hinterlassen Bohrgänge und schwarzen Kot – sichtbar von außen.
- Tropische Importware: Selten, aber bei nicht ausreichend kontrollierten Fruchten möglich.
Mein Tipp: Bei eigener Ernte täglich kontrollieren und reife Früchte sofort pflücken. Was am Baum überreif wird, lockt Insekten an. Im Zweifelsfall die Frucht halbieren, kurz reinschauen – ist sie sauber, ist sie sauber.
Übrigens: Die Mär von der „toten Wespe in jeder Feige“ stammt aus der Smyrna-Feigenkultur, wo die Feigengallwespe tatsächlich in der Frucht stirbt und vom Enzym Ficin aufgelöst wird. Bei den Common-Type-Sorten in meinem Sortiment passiert das nicht – sie tragen ohne Bestäubung, ganz ohne Wespen.
