Wie befruchten sich Feigen?

Kurz gesagt: Bei den Sorten in meinem Sortiment gar nicht – das sind alles Common-Type-Feigen, die parthenokarp tragen, also ohne Befruchtung essbare Früchte bilden. In ihrer ursprünglichen Heimat ist die Befruchtung der Feige aber eine der spannendsten Symbiosen der Pflanzenwelt.

Aus meiner Erfahrung interessiert das viele Kunden, weil es so faszinierend ist. Hier die Kurzfassung:

Common Type (parthenokarp):

  • Bildet essbare Früchte ohne Bestäubung.
  • Alle bei mir am Hof angebauten und verkauften Sorten gehören hierher.
  • In Mitteleuropa die einzig sinnvolle Form, weil die Bestäuberin (Feigengallwespe) bei uns nicht heimisch ist.

Smyrna-, San-Pedro-, Caprifeigen (im Mittelmeerraum):

  • Brauchen die Feigengallwespe (Blastophaga psenes) zur Bestäubung.
  • Die Wespe legt ihre Eier in die männlichen Caprifeigen.
  • Die schlüpfenden Wespen tragen Pollen in die weiblichen Feigen.
  • Erst dann reifen dort die Samen und die Frucht wird essbar.
  • Eine perfekt entwickelte Co-Evolution über Millionen Jahre.

Faszinierende Tatsache: Die Wespen sterben in der Frucht. Was du als kleine „Kerne“ siehst, sind die Samen – die Wespe selbst wird vom Ficin-Enzym aufgelöst. Daher die alte Mär, in jeder Feige sei eine tote Wespe – stimmt für Smyrna-Sorten, gilt aber nicht für unsere Common-Type-Sorten, die ganz ohne Wespen auskommen.

Mein Hinweis: Wer eine Feige aus einer fremden Quelle hat (Markt, Sämling), kann Pech haben und einen Smyrna-Typ erwischen, der bei uns nie tragen wird. Bei mir gibt’s nur Common-Type-Sorten.

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