🛒 Beim Kauf eines Feigenbaums entscheiden für mich vor allem vier Dinge: die Sorte, die Klimatauglichkeit, die Wurzelqualität – und ob der Verkäufer dir wirklich etwas zur Pflanze sagen kann oder nur ein Etikett geliefert hat.
✅ Worauf ich an deiner Stelle achten würde
- Klare Sortenangabe: Eine seriöse Gärtnerei nennt die Sorte exakt (zum Beispiel „Brunswick“ oder „Ronde de Bordeaux“). „Feigenbaum“ allein ist kein Sortenname.
- Winterhärte: Für Deutschland sollten Sorten mindestens –15 °C aushalten.
- Reifezeit: Frühreifende Sorten sind in unseren wechselhaften Sommern zuverlässiger – die Früchte werden fertig, bevor der Herbstregen kommt.
- Wurzelballen: Sollte fest sitzen, nicht muffig riechen, und der Topf sollte nicht komplett von Wurzeln durchwoben sein.
- Triebe: Frisch und kräftig, ohne welke Stellen oder schwarze Flecken.
- Beratung: Eine spezialisierte Feigen-Gärtnerei kann dir die richtige Sorte für deinen konkreten Standort empfehlen – das ist mehr wert als zwei Euro Preisunterschied.
⚠️ Worauf ich verzichten würde
- Discounter-Feigen ohne Sortenangabe – meist Massenware ohne Klima-Anpassung
- Stark zurückgeschnittene „Stummel“ ohne Verzweigung
- Pflanzen mit gelben Blättern oder sichtbarem Schädlingsbefall
📌 Ich vermehre meine Feigen sortenrein und akklimatisiere sie hier am Hof, bevor sie auf die Reise gehen. Wenn du eine Frage zur Sortenwahl hast, schreib mir einfach – ich antworte ehrlich, auch wenn das heißt, dass die Pflanze, die du dir ausgeguckt hast, nicht zu deinem Standort passt.
📦 Wir versenden Feigenbäume ganzjährig aus dem Feigenhof in Berglen, Baden-Württemberg. Mir ist dabei besonders wichtig, dass die Pflanzen so verpackt sind, dass sie unbeschadet bei dir ankommen – jeder Karton ist hier am Hof selbst von Hand gepackt.
🚛 So läuft der Versand ab
- Verpackung im stabilen Karton mit fixiertem Wurzelballen
- Versand mit DHL, in der Regel 1–3 Werktage nach Bestellung
- Bei starkem Frost (unter –5 °C) verzögern wir den Versand kurz – die Pflanzen sollen nicht in eisiger Lkw-Ladung stehen
- Jeder Sendung lege ich eine kurze Pflegeanleitung zur jeweiligen Sorte bei
📍 Versandregionen
Wir versenden innerhalb Deutschlands sowie in ausgewählte EU-Länder. Die genauen Versandkosten und Lieferzeiten siehst du im Warenkorb – bei mehreren Pflanzen wird gestaffelt berechnet, das ist fair und transparent.
🌿 Was tust du, wenn der Karton ankommt?
- Sofort auspacken und an einen hellen, geschützten Ort stellen
- Mit etwa 0,5 Liter Wasser angießen
- 1–2 Wochen akklimatisieren lassen, bevor du auspflanzt oder umtopfst
- Nicht direkt in die volle Mittagssonne stellen – die Pflanze hatte gerade einen Reisestress
📌 Tipp aus der Praxis: Frühjahr (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind die idealen Pflanzzeiten. Wenn du im Juli bestellst, geht das auch – dann brauchst du nur etwas mehr Aufmerksamkeit beim Gießen, weil die Pflanze noch Wurzeln machen muss, während sie schon Hitze abbekommt.
Kurz gesagt: Ja, eine Feigenpflanze ist ein wunderschönes, persönliches Geschenk – mediterranes Flair, essbarer Nutzen und ein Lebewesen, das mit dem Beschenkten mitwächst. Aus meiner Erfahrung kommt sie besonders gut an bei Menschen, die einen Garten, Balkon oder hellen Wintergarten haben.
Mir schreiben immer wieder Kunden, dass sie eine Feige zum Geburtstag, zum Einzug, zum Muttertag oder zur Hochzeit verschenken wollen – und ich finde, das passt perfekt. Eine Feige ist mehr als nur ein Mitbringsel: Sie steht für Beständigkeit, Wachstum und Genuss aus dem eigenen Garten.
Worauf du beim Verschenken achten solltest:
- Sortenwahl ans Klima anpassen: Wenn die Feige draußen stehen soll, wähle eine winterharte Sorte wie Brown Turkey, Negronne oder Ronde de Bordeaux. Für Kübelhaltung passt fast jede Sorte.
- Versand zur richtigen Jahreszeit: Ich verschicke gern im Frühjahr und Sommer, wenn die Pflanzen aktiv wachsen. Im tiefen Winter ruhen sie und reagieren empfindlich auf Frost beim Transport.
- Pflegeanleitung dazulegen: Lege ein paar Zeilen bei, wie der Beschenkte sie gießt, überwintert und im Frühjahr umtopft. Das nimmt die Unsicherheit, gerade wenn jemand noch keine Feige hatte.
Wenn du magst, lege ich auf Wunsch eine handgeschriebene Karte bei – schreib mir das einfach in die Bestellnotiz. Bei mir am Hof in Berglen pflanze ich jede Pflanze selbst, die hier rausgeht, und das spürt man auch beim Auspacken.
Kurz gesagt: Frische Feigen sind tatsächlich empfindlich – sie halten sich nur 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Aber: Eingefroren, getrocknet oder zu Marmelade verarbeitet bleiben sie monatelang haltbar. Schwierig finde ich es nicht, man muss nur wissen, wie.
Bei mir am Hof in Berglen ist die Erntezeit immer ein Wettlauf gegen die Reife. Eine vollreife Feige zu pflücken und am nächsten Tag zu essen ist Genuss pur – aber wenn ich nicht direkt verarbeite, wird’s eng. Hier ist, was bei mir funktioniert:
Frisch lagern:
- Reife Feigen kommen sofort in den Kühlschrank, ungewaschen, in einer flachen Schale, möglichst nur eine Lage hoch. Übereinander gestapelt drücken sie sich.
- Vor dem Essen 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen – kalt schmecken sie nach wenig.
- Halbreife Feigen reifen nicht wirklich nach. Ich lasse sie lieber am Baum, bis sie weich werden und ein Tropfen am Stielende erscheint.
Einfrieren:
- Ganz oder halbiert auf einem Blech vorfrosten, dann in Beutel umfüllen – so kleben sie nicht zusammen.
- Tiefgekühlt halten sie 8 bis 12 Monate. Aufgetaut sind sie weicher, aber perfekt für Smoothies, Joghurt oder Backwerk.
Trocknen und einkochen:
- Im Dörrgerät bei 50–60 °C über Nacht – dann in luftdichten Gläsern monatelang haltbar.
- Marmelade, Chutney oder eingelegt in Honig sind bei mir Klassiker, gerade wenn die Ernte geballt kommt.
Mein Tipp: Pflanze, wenn möglich, zwei verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit. Dann hast du nicht alle Feigen auf einmal und der Lagerstress bleibt entspannt.
Kurz gesagt: Ja, sehr gut sogar – Feigen lassen sich aus Stecklingen so unkompliziert vermehren wie kaum eine andere Obstart. Genau so habe ich meine Sortensammlung in Berglen aufgebaut.
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr (Februar bis März) schneide ich beim Rückschnitt etwa bleistiftdicke einjährige Triebe, 15 bis 20 cm lang, mit 3 bis 4 Knospen. Unten gerade unter einer Knospe schneiden, oben schräg über einer Knospe – so weißt du immer, was unten und oben ist.
Ich stecke sie in lockeres Substrat (Anzuchterde gemischt mit etwas Sand oder Perlite), so dass nur die obere Knospe rausschaut. Hell, warm (18–22 °C), Substrat gleichmäßig feucht – nicht nass. Nach 4 bis 8 Wochen treiben sie aus und bilden Wurzeln.
Aus meiner Erfahrung: Feigen wurzeln auch im Wasserglas, aber die im Substrat gewachsenen Wurzeln sind robuster fürs spätere Umtopfen. Wenn du tiefer einsteigen willst, habe ich auf dieser Seite meine komplette Methode beschrieben.
Kurz gesagt: Nein, nicht jeder Feigenbaum ist selbstfruchtend – aber alle Sorten, die ich bei Feigenhof anbiete, sind es. Das ist mir wichtig, weil sich sonst Frust einschleicht.
Es gibt vier botanische Feigentypen: Smyrna-, San-Pedro-, Caprifeigen und die Common Type. Nur die Common Type bildet ohne Bestäubung essbare Früchte – und genau diese Sorten findest du bei mir am Hof in Berglen.
Bei Smyrna- und San-Pedro-Feigen brauchst du eine Caprifeige in der Nähe und die Feigengallwespe für die Bestäubung. Beides ist in Mitteleuropa nicht verfügbar – die Wespe lebt nicht in unserem Klima. Deshalb sind solche Sorten hier sinnlos und ich habe sie bewusst nicht im Sortiment.
Wenn du eine Sorte aus zweifelhafter Quelle hast und keine Früchte trägt, kann das ein Grund sein. Schreib mir gern, ich kann oft anhand von Blatt- und Wuchsbild einschätzen, was du da hast.
✅ Ja, Feigen sind sehr gesund. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe, Antioxidantien und eine ganze Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen – frisch wie getrocknet jeweils mit eigenen Stärken.
🌿 Wichtige Vitamine in der Feige
- Vitamin B1, B2, B6 – wichtig für Nerven und Energiestoffwechsel
- Folsäure (B9) – wichtig für Zellteilung und Blutbildung
- Vitamin C – Immunsystem und Eisenaufnahme
- Vitamin E – Zellschutz
- Vitamin K – Knochen und Blutgerinnung
- Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A)
📊 Vitamingehalt in frischen Feigen (pro 100 g)
- Vitamin C: ca. 2 mg
- Vitamin B6: ca. 0,11 mg
- Folsäure: ca. 6 µg
- Beta-Carotin: ca. 85 µg
- Vitamin K: ca. 4,7 µg
📌 Was ich oft erkläre: frische Feigen liefern mehr Vitamine, getrocknete Feigen mehr Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium). Beides hat seinen Wert – im Sommer nimm ich frisch, im Winter greife ich gerne zu meinen selbst getrockneten.
Feigen fördern die Verdauung, stärken das Immunsystem und liefern natürliche Energie ohne den Crash, den raffinierter Zucker macht. Ein echtes Power-Obst – und gleichzeitig ein Stück mediterranes Lebensgefühl auf dem Teller.
Kurz gesagt: Feigen sind erfreulich robust. Die wichtigsten Krankheiten in unserem Klima sind Feigenmosaikvirus, Wurzelfäule durch Staunässe, Grauschimmel an Früchten und gelegentlich Fusarium-Welke.
Aus meiner Erfahrung in Berglen: Die meisten Probleme sind hausgemacht und kommen von zu viel Wasser, zu wenig Licht oder schlechter Belüftung. Echte Krankheiten sind selten und meist gut beherrschbar.
- Feigenmosaikvirus (FMV): Erkennbar an gelb-grün geflecktem Blattmuster. Wird durch Milben übertragen, lässt sich nicht heilen, aber die Pflanze trägt meist trotzdem. Ich entferne nie eine Pflanze nur deswegen.
- Wurzelfäule: Häufigste Todesursache im Kübel. Gelbe Blätter, weicher Stamm – meist zu nasses Substrat. Sofort umtopfen in trockenes, lockeres Substrat.
- Grauschimmel an Früchten: Bei feuchtem Sommer oder wenn reife Feigen zu lange am Baum bleiben. Befallene Früchte sofort entfernen und im Restmüll entsorgen.
- Fusarium-Welke: Ganze Triebe welken plötzlich. Selten, aber dann hilft nur radikaler Rückschnitt bis ins gesunde Holz.
Wenn du dir unsicher bist, schick mir gern ein Foto über das Kontaktformular. Ich schaue gern drauf und gebe dir eine ehrliche Einschätzung.
Mehr lesen: Pilzkrankheiten am Feigenbaum behandeln →
Kurz gesagt: Vögel lieben reife Feigen mindestens so sehr wie wir. Der wirksamste Schutz ist ein feinmaschiges Netz, das du locker über die Krone wirfst, sobald die ersten Früchte weich werden.
Bei mir in Berglen sind es vor allem Amseln und Stare, die zur Erntezeit die süßen Brevas und Hauptfrüchte abgreifen. Und ehrlich: Eine reife Feige ist auch für einen Vogel ein Festmahl, das verstehe ich.
Was bei mir funktioniert:
- Vogelschutznetz mit Maschenweite 15–20 mm, locker über die Krone, unten am Stamm zusammenbinden. Wichtig: Kein straffes Netz, sonst verfangen sich Vögel.
- Einzelne Früchte mit Organza-Säckchen (Hochzeitssäckchen aus dem Bastelladen) verpacken – aufwändig, aber bei wenigen wertvollen Früchten genial.
- Frühe Ernte: Sobald die Frucht weich ist und der Stiel nachgibt, pflücken. Vollreif heißt nicht, dass sie noch zwei Tage am Baum bleiben muss.
- Glitzernde Bänder oder alte CDs reflektieren das Licht und schrecken kurzzeitig ab – die Vögel gewöhnen sich aber schnell daran.
Was bei mir nicht funktioniert hat: Vogelscheuchen, Plastikraubvögel, Ultraschallgeräte. Spar dir das Geld und investier in ein gutes Netz.
Kurz gesagt: Schimmel an Früchten kommt fast immer von zu hoher Luftfeuchtigkeit, schlechter Belüftung oder überreifen Früchten am Baum. Schimmel am Stamm oder an der Rinde deutet auf Wurzelfäule oder einen Pilzbefall durch Verletzungen hin.
Bei mir am Hof passiert das vor allem in regnerischen Sommern. Sofort handeln ist wichtig, weil sich Pilzsporen schnell ausbreiten.
Bei Schimmel an Früchten:
- Befallene Früchte sofort abpflücken, NICHT auf den Kompost – ab in den Restmüll, sonst verteilst du die Sporen im Garten.
- Krone auslichten: Innenliegende Triebe entfernen, damit Luft und Sonne durchkommen. Eine offene Krone trocknet nach Regen schnell ab.
- Reife Früchte täglich kontrollieren und ernten, bevor sie überreif werden und aufplatzen.
- Nicht von oben gießen – Wasser direkt an die Wurzeln.
Bei Schimmel am Stamm oder Wurzelhals:
- Pflanze aus dem Kübel nehmen, Wurzeln prüfen. Schwarze, matschige Wurzeln deuten auf Wurzelfäule – ab damit, in frisches, trockenes Substrat umtopfen.
- Kleine Pilzstellen am Stamm vorsichtig mit einem sauberen Messer abkratzen, Wundstellen trocknen lassen.
- Standort überdenken: Zu schattig, zu feucht, zu wenig Luftbewegung sind die Hauptursachen.
Aus meiner Erfahrung: Eine Feige verzeiht viel, aber Staunässe und Dauerfeuchte verzeiht sie nicht. Das Substrat sollte zwischen den Wassergaben antrocknen können.
Mehr lesen: Pilzkrankheiten am Feigenbaum behandeln →