Do.. Juni 25th, 2026

Kurz gesagt: Schneiden ist nicht zwingend nötig, aber sinnvoll – um die Pflanze in Form zu halten, Licht in die Krone zu bringen und kontrolliert verzweigen zu lassen. Bester Zeitpunkt: Spätwinter (Februar/März), bevor der Saft steigt.

Bei mir am Hof in Berglen schneide ich jede Feige individuell. „Nach Schema F“ funktioniert nicht – jede Pflanze hat ihren eigenen Wuchs.

Warum überhaupt schneiden?

  • Lichtdurchlässige Krone reduziert Pilzdruck und Schimmel an Früchten.
  • Gezielte Verzweigung bringt mehr Triebspitzen – und damit mehr Fruchtansatz.
  • Gewünschte Form (Busch, Hochstamm, Spalier) lässt sich nur mit Schnitt erreichen.
  • Alte, vergreiste Pflanzen lassen sich verjüngen.

Wann schneiden?

  • Spätwinter (Februar/März): Bester Zeitpunkt für strukturellen Schnitt. Frostfrei sollte es sein.
  • Sommer (Juni/Juli): Nur leichte Korrekturen, Geiztriebe entfernen, Triebspitzen bei Bedarf einkürzen.
  • Niemals im Spätherbst: Frische Schnittwunden frieren zurück.

Was ich beachte:

  • Sauberes, scharfes Werkzeug – stumpfe Scheren quetschen.
  • Schnitt schräg, knapp über einer Knospe nach außen.
  • Wer Brevas haben will, lässt das vorjährige Holz weitgehend stehen – die kleinen Knubbel sind die Frühfeigen.
  • Bei verholzten Schnitten: Wundverschluss nicht nötig, Feigen verheilen sehr gut von selbst.

Wenn du dir unsicher bist, schick mir gern ein Foto deiner Pflanze – ich gebe dir gerne meine Einschätzung, was raus könnte.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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