Vietnam ist ein Land der Gegensätze: tropisch, lebendig, manchmal laut – und gleichzeitig überraschend ruhig, wenn man sich ein wenig abseits der bekannten Pfade bewegt. Unsere Reise führte uns von Cat Ba über Da Nang, weiter nach Ninh Binh, hinauf in die Berge nach Sapa und schließlich in das pulsierende Herz des Landes: Hanoi.
Für uns vom Feigenhof war diese Reise natürlich nicht nur eine kulturelle und landschaftliche Entdeckung – sondern auch eine botanische Spurensuche.
Maulbeergewächse überall – Feigen kaum zu finden
Was sofort auffällt: Vietnam ist reich an Bäumen aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). In Städten, Dörfern, Tempelanlagen und auf Hotelhöfen begegnet man ihnen ständig. Doch obwohl diese Pflanzenfamilie unsere geliebten Feigen umfasst, sind klassische Ficus carica, wie wir sie aus dem Mittelmeerraum kennen, praktisch nicht anzutreffen.
Stattdessen dominieren ihre tropischen Verwandten – viele davon kennen wir bei uns eher als Zimmer- oder Grünpflanzen. Der große Unterschied zu anderen Ländern, etwa Brasilien: In Vietnam konnten wir tatsächlich mehrfach fruchttragende Exemplare entdecken. Das machte es erstmals möglich, diese Pflanzen nicht nur als Blattwerk, sondern auch mit ihren Früchten zu fotografieren – ein echtes Highlight für Pflanzenliebhaber.
Jackfruit – allgegenwärtig und überraschend bekömmlich
Eine Ausnahme sticht jedoch überall hervor: die Jackfruit. Sie ist in Vietnam allgegenwärtig – auf Märkten, am Straßenrand, direkt vom Baum verkauft. Frischer geht es kaum.
Besonders spannend war der Vergleich zu Brasilien: Dort hatten wir Jackfruit ebenfalls häufig gegessen, doch in Vietnam ist sie spürbar anders. Aroma, Textur und vor allem die Bekömmlichkeit haben uns überrascht – sie wirkte deutlich magenfreundlicher und feiner. Ob es an den Sorten, dem Reifegrad oder der Zubereitung liegt, lässt sich schwer sagen – der Unterschied war aber klar spürbar.
Brasilien, Vietnam und die Feige
Ein kleiner Vergleich drängt sich auf: In Brasilien konnten wir Feigen kaufen, die optisch und botanisch unseren bekannten Ficus carica entsprachen. Geschmacklich jedoch blieben sie deutlich hinter dem zurück, was wir von unserem eigenen Feigenhof kennen.
Vietnam hingegen zeigt uns eine andere Seite der Feigenwelt: weniger klassische Feigen, dafür eine enorme Vielfalt an Verwandten – lebendig, fruchttragend und tief in den Alltag integriert. Für uns war das weniger eine Enttäuschung als vielmehr eine Erweiterung des Blicks auf diese faszinierende Pflanzenfamilie.
Fazit: Eine Reise, die den Horizont erweitert
Vietnam ist kein Feigenland im klassischen Sinne – und genau das macht es so spannend. Die Begegnung mit fruchtenden Ficus-Verwandten, die allgegenwärtige Jackfruit und der direkte Vergleich zu anderen tropischen Ländern haben unseren Blick auf die Maulbeergewächse nachhaltig erweitert.
Für uns bleibt klar:
Die beste Feige kommt weiterhin vom Feigenhof.
Aber Vietnam hat uns gezeigt, wie vielfältig, überraschend und lebendig die Welt rund um die Feige wirklich ist. 🌱🌍













