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Eingetragene Feigensorten BSA: Offizielle Liste Deutschland

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Eingetragene Feigensorten BSA – das Bundessortenamt führt eine offizielle Liste aller in Deutschland registrierten Feigensorten. Seit der EU-Richtlinie 2008/90/EG gelten strenge Regeln für den Vertrieb von Obstpflanzen, auch für Ficus carica. Nur amtlich eingetragene Sorten dürfen legal als Vermehrungsmaterial verkauft werden. Diese Regelung schützt Verbraucher und erhält die biologische Vielfalt. Von den fünf registrierten Feigensorten stellen wir Ihnen die wichtigsten vor, darunter die beliebte Sorte ‚Gentile‘ und weitere anerkannte Varietäten.

BSA = Bundessortenamt = https://www.bundessortenamt.de/

Zitat, Quelle: https://www.bundessortenamt.de/bsa/sorten/datenbanken/gesamtliste-obst

„Mit Inkrafttreten der Richtlinie 2008/90/EG und den dazu erlassenen Durchführungsrichtlinien gelten für das Inverkehrbringen von Vermehrungsmaterial und Pflanzen von Obstarten neue Regeln. Voraussetzung für den Vertrieb  innerhalb der Europäischen Union ist seit 2017 die amtliche Eintragung in ein Sortenregister. In das Register können Sorten aufgenommen werden, wenn sie nach den Bestimmungen des Sortenschutzrechtes geschützt, amtlich zugelassen oder ‘allgemein bekannt‘ sind. Letzteres betrifft Sorten, die vor dem 30.09.2012 vermarktet wurden und für die eine amtliche oder amtlich anerkannte Beschreibung vorliegt. Auch Sorten, die in einem anderen Mitgliedstaat eingetragen sind oder für die ein Antrag auf Sortenschutz oder –zulassung anhängig ist, gelten als allgemein bekannt.  Vermehrungsmaterial kann als zertifiziertes Material oder als Standardmaterial (sog. CAC-Material – Conformitas Agraria Communitatis) EU-weit vertrieben werden.“

Das bedeutet, dass folgende Sorten amtlich anerkannt sind.

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ObstartSortenbezeichnungAls Sorte im BestandSortenbeschre ibung Bei uns in Kultur Tag der EintragungAblauf der Geltungsdauer
der Eintragung
vertriebsfähig inBemerkungen
Echte FeigeGentile Literatur31.12.201631.12.2046DE (Erhalt biol.
Vielfalt)
Echte FeigeGoldfeige XAmtlich Anerkannte Beschreibung31.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeGrisette Amtlich Anerkannte Beschreibung31.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeHoney Heart XAmtlich Anerkannte BeschreibungJa seit 201831.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeIschia Amtlich Anerkannte Beschreibung31.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeIsrael XAmtlich Anerkannte BeschreibungJa seit 202131.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeLussheim Amtlich Anerkannte BeschreibungJa seit 202131.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeMadeleine de Deux Saisons XAmtlich Anerkannte BeschreibungJa seit 201731.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)
Echte FeigeMartinsfeige XAmtlich Anerkannte BeschreibungJa seit 202131.12.201631.12.2046EUallgemein bekannte Sorte (bereits vor dem 30.09.2012 in Verkehr gebracht)

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Feigensorten bestimmen: Vorsicht vor Sortenverwechslung

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Feigensorten bestimmen ist oft schwieriger als gedacht – viele Hobbygärtner erleben eine böse Überraschung beim Kauf ihrer Feigenpflanzen. Was als seltene Sorte beworben wird, entpuppt sich oft als bereits vorhandene Pflanze unter anderem Namen. Besonders problematisch wird es bei Sorten wie Grise de Tarascon und Violette Dauphine, die eigentlich identisch sein sollten, aber völlig unterschiedlich aussehen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie echte Feigensorten erkennen und sich vor Sortenverwechslungen schützen können.

Im letzten Youtube Beitrag hatte ich mehrere Feigensorten, welche ich auf der Terrasse kultiviere vorgestellt.

Dabei ist mir mit Sicherheit ein Fehler passiert, der jedem früher oder später widerfährt.

Im Glauben an das Gute im Menschen kauft man sich eine Freigensorte und ist stolz wieder ein neues Schätzchen im Garten zu haben.

Dann recherchiert man weitere Feigensorten und stößt auf Synonyme, die klar darstellen sollen, dass eine Sorte mehrere Namen haben kann.

Jetzt kommen wir zum Punkt, der wirklich ärgerlich sein kann und wo Vorsicht geboten ist.

In meiner Tabelle zu den Feigensorten liste ich die Sorten auf welche ich in Kultur habe.

Bei einer steht z.B. Grise de Tarascon (siehe auch Violette Dauphine), bedeutet nach meiner Recherche sind zwei vermeindlich unterschiedliche Sorten ein und die selbe Feigenpflanze. Das Interessante dabei ist jedoch, dass die gelieferten Pflanzen sich überhaupt nicht ähneln.

Im Internet stellt man dann schnell fest wenn man die einzelnen Namen sucht, dass die gelieferten Bilder ebenfalls eine gleiche Sprache sprechen.

Inzwischen weiß ich woher die Feigen überwiegend stammen und muss schon sagen, dass es wirklich erstaunlich ist, dass hier tausende Pflanzen angebaut werden und einfach nur über schicke Bildetiketten und dem passenden Synonym das Sortiment gestreckt wird. Allerdings muss hier ergänzt werden, dass unabhängig von dieser Vorgehensweise, die Pflanzenqualität nicht schlecht sein muss.

Was lernen wir daraus? Zukünftig und vor Allem da ich mein Sortiment weiter ausbauen werde, komme ich selbst um eine Sortenprüfung nicht herum. Bedeutet, dass erst nachdem alle Sortentypischen Merkmale geprüft wurden, bekommt die Sorte als Sorte eine Freigabe.

Im Grunde ist es ja nicht falsch auch von einer guten Sorte mehrere Pflanzen zu haben. Oder auch von einer Feige ohne Namen die Pflanze im Garten zu haben, wenn sie interessante Eigenschaften hat. Es ist nur so, dass wenn man sich mit etwas intensiver auseinander setzt, dazu neigen wir Menschen, allem einen Namen/eine Zuordnung zu verpassen. Auch wenn der Name nicht ausschlaggebend ist wie die Feige schmeckt oder wie viele Früchte diese ausbildet.

Wie ist Eure Meinung?