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Neue Feigensorten in der Sammlung – spannende Ficus carica und besondere Wildformen

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Wer Feigen sammelt, merkt schnell: Es gibt nicht „die eine“ Feige. Jede Sorte bringt ihren eigenen Charakter mit – andere Blätter, andere Fruchtfarben, andere Reifezeiten, andere Aromen und manchmal auch eine ganz eigene Geschichte. Genau das macht die Beschäftigung mit Feigen so spannend. In unserer Sammlung sind wieder einige neue Sorten und besondere Formen dazugekommen, die wir in den kommenden Jahren weiter beobachten möchten.

Dabei geht es nicht nur um große Früchte oder besonders süße Sorten. Interessant sind auch Wuchsform, Blattstruktur, Fruchtansatz, Robustheit und die Frage, wie sich eine Sorte unter unseren Bedingungen entwickelt. Viele Angaben stammen aus der Herkunftsbeschreibung der Sorten. Wie sie sich tatsächlich in unserem Klima zeigen, wird sich erst mit der Kultur über mehrere Jahre genauer beurteilen lassen.

Feigenbaum Calabacita – kleinfrüchtig, produktiv und spannend für kühlere Lagen

Der spanische Feigenbaum Calabacita gilt als kleiner, sehr produktiver Baum. Besonders interessant ist, dass diese Sorte zweifrig beschrieben wird, also sowohl eine frühe Ernte als auch eine spätere Haupternte bringen kann. Die kleinen, hellen bis weißlichen Feigen sollen einen sehr guten Geschmack haben und im Juli sowie später im September und Oktober reifen.

Calabacita wird mit einer Winterhärte von etwa -10 bis -12 °C angegeben. Damit ist sie keine Extremfrost-Sorte, kann aber an einem geschützten, sonnigen Standort durchaus interessant sein. Besonders spannend ist die Angabe, dass sie mit guter Sonneneinstrahlung auch in etwas kühleren Klimazonen Früchte bringen kann. Für den Topf oder geschützte Gartenlagen könnte diese Sorte daher eine schöne Ergänzung sein.

Feigenbaum de la Reina – spanische Honigfeige mit dunkler Schale

Ficus carica de la Reina ist eine spanische, zweifrige und selbstfruchtbare Feigensorte. Die Früchte werden länglich beschrieben, mit blauer Schale und teilweise gelblichem Hals. Das Fruchtfleisch ist hellrot, duftend, schmelzend und sehr süß. Besonders auffällig ist die Beschreibung des Geschmacks: außergewöhnlich süß und honigartig.

Die Früchte sollen etwa 60 Gramm erreichen. Die Reife wird für Juni bis Anfang Juli und anschließend wieder ab Anfang August angegeben. Damit gehört de la Reina zu den Sorten, die durch eine frühe Breba-Ernte und eine anschließende Haupternte interessant werden können.

Auch das Laub wird als dicht und dekorativ beschrieben. Die Sorte soll eine Winterhärte von etwa -12 bis -15 °Cbesitzen. Für sonnige, geschützte Standorte ist sie damit eine sehr interessante neue Sorte in der Sammlung.

Ficus carica Toro Sentado / Sitting Bull – eine Sorte mit auffälligem Namen

Ficus carica Toro Sentado, auch als Sitting Bull bezeichnet, gehört zu den Sorten, die allein durch ihren Namen neugierig machen. Bei solchen Feigen ist für uns besonders spannend, wie sich die Sorte im echten Anbau zeigt: Wie wächst der Baum? Wie zuverlässig setzt er Früchte an? Wie ist die Reifezeit? Und vor allem: Wie schmecken die Früchte unter unseren Bedingungen?

Da zu dieser Sorte weniger gesicherte Angaben vorliegen, wird sie bei uns zunächst beobachtet. Gerade solche Sorten sind für eine Sammlung wertvoll, weil sie nicht nur Standardwissen bestätigen, sondern manchmal echte Überraschungen liefern.

Ficus carica Murse – grün-gelbe Feige mit rotem Fruchtfleisch

Der Feigenbaum Murse stammt aus dem Feigenkonservatorium in Porquerolles. Die Früchte werden als schön grün-gelb beschrieben und besitzen ein sehr rotes Fruchtfleisch. Geschmacklich soll Murse intensiv sein und an Marmelade erinnern.

Das macht die Sorte besonders interessant für alle, die nicht nur süße, sondern aromatisch dichte Feigen mögen. Gerade Sorten mit rotem Fruchtfleisch und ausgeprägtem Aroma sind im frischen Verzehr oft besonders spannend.

Murse wird mit einer Winterhärte von etwa -12 bis -15 °C angegeben. Auch hier gilt: Entscheidend wird sein, wie sich die Sorte langfristig in unserer Kultur zeigt. Auf dem Papier klingt sie nach einer sehr aromatischen Ergänzung.

Ficus carica Seven Sisters – zweifrige Feige mit früher Ernte

Seven Sisters ist eine weitere interessante Ficus-carica-Sorte. Sie wird mit einer ersten Fruchtbildung Ende Juni und einer weiteren Ernte im August beschrieben. Damit gehört auch sie zu den zweifrigen Sorten.

Die Winterhärte wird mit etwa -10 bis -12 °C angegeben. Das bedeutet: eher für geschützte Standorte, milde Regionen oder die Kultur im Topf geeignet. Gerade bei Sorten mit früher Fruchtbildung kann sich ein geschützter Platz lohnen, weil die erste Ernte oft nur gelingt, wenn das alte Holz gut durch den Winter kommt.

Seven Sisters ist für die Sammlung vor allem deshalb spannend, weil frühe und zweifrige Sorten in unserem Klima immer besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Ficus johannis „Afghanistanica“ – keine normale Feige

Eine echte Besonderheit ist Ficus johannis „Afghanistanica“. Diese Form stammt aus dem Iran und unterscheidet sich optisch deutlich von vielen Ficus-carica-Sorten. Besonders auffällig sind die Blätter: Sie sollen eine einzigartige Textur und einen besonderen Schnitt haben.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ficus johannis „Afghanistanica“ sollte nicht mit Ficus carica „Afghanistanica“verwechselt werden. Beide können stark geschnittene Blätter zeigen, unterscheiden sich aber im Wuchs und in der botanischen Einordnung. Ficus johannis „Afghanistanica“ wird eher als buschiger Strauch beschrieben, der viele feine Triebe bildet.

Die kleinen Feigen sollen köstlich sein. Ob und wie zuverlässig diese Art beziehungsweise Form bei uns fruchtet, bleibt besonders spannend. Die Winterhärte wird mit -15 °C und mehr angegeben. Für Sammler ist diese Pflanze weniger eine klassische Ertragssorte, sondern vor allem eine botanische Besonderheit.

Marokkanischer Feigenbaum Taamriouth – große, saftige Früchte

Der marokkanische Feigenbaum Taamriouth wird als zweifrige Sorte beschrieben. Die Früchte sind groß, fast länglich und grün-gelb bei Reife. Die Ernte soll im Juni bis Anfang Juli und danach erneut ab Anfang August möglich sein.

Besonders interessant ist die Beschreibung des Fruchtfleisches: rosa, sehr saftig, sehr süß und sehr aromatisch. Taamriouth soll zudem sehr produktiv sein und Feuchtigkeit recht gut vertragen. Das macht diese Sorte spannend für Regionen mit ozeanischem Einfluss oder Standorte, an denen Feuchtigkeit ein Thema ist.

Die angegebene Winterhärte liegt bei etwa -12 bis -15 °C. Damit könnte Taamriouth an einem sonnigen, geschützten Standort eine sehr interessante Sorte werden – besonders für alle, die große, saftige und aromatische Feigen mögen.

Feigenbaum Rehmane – süß, honigartig und fast kernlos

Der Feigenbaum Rehmane wird als mittelgroßer, zweifriger Feigenbaum beschrieben. Die fast runden Früchte färben sich bei Reife braun bis blau. Die erste Ernte soll Anfang Juli erfolgen, die zweite ab Mitte August.

Geschmacklich klingt Rehmane besonders vielversprechend: ausgezeichnet süß, honigsüß und fast kernlos. Gerade fast kernlose Feigen mit sehr süßem, honigartigem Aroma sind für den Frischverzehr interessant.

Die Winterhärte wird mit etwa -12 bis -15 °C angegeben. Wie bei vielen Feigen gilt auch hier: Trockenheit wird gut vertragen, aber regelmäßige Wasserversorgung verbessert in der Kultur häufig Wachstum und Fruchtqualität.

Warum diese Sorten spannend sind

Die neuen Sorten zeigen sehr schön, wie vielfältig Feigen sein können. Manche Sorten sind wegen ihrer frühen Reife interessant, andere wegen besonderer Fruchtfarben, wieder andere wegen ihrer Blattstruktur oder Herkunft. Gerade die Kombination aus klassischen Ficus-carica-Sorten und besonderen Formen wie Ficus johannis „Afghanistanica“ macht eine Sammlung lebendig.

Für den Gartenbesitzer ist dabei wichtig: Nicht jede Sorte passt an jeden Standort. Winterhärteangaben sind hilfreiche Richtwerte, aber kein Versprechen. Entscheidend sind Mikroklima, Boden, Sonneneinstrahlung, Windschutz, Alter der Pflanze und die Frage, ob die Feige im Topf oder ausgepflanzt kultiviert wird.

Fazit: Neue Sorten, neue Erfahrungen

Calabacita, de la Reina, Toro Sentado, Murse, Seven Sisters, Ficus johannis „Afghanistanica“, Taamriouth und Rehmane erweitern die Sammlung um sehr unterschiedliche Feigencharaktere. Einige versprechen frühe Ernten, andere besonders süße Früchte, intensive Aromen oder außergewöhnliche Blätter.

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