| Herkunft | Südfrankreich (Languedoc) |
| Fruchtfarbe | Dunkelviolett bis schwarz außen, tiefrot innen |
| Fruchtgröße | Mittel (ca. 40–60 g) |
| Reifezeit | August bis Oktober |
| Fruchtbarkeit | Einerntig (späte Haupternte) |
| Frosthärte | bis ca. −15 °C |
| Wuchsstärke | Mittel, kompakt |
| Kübel geeignet | Ja – hervorragend durch kompakten Wuchs |
| Geschmack | Sehr süß, honigartig mit Beerennoten |
Die „Goutte de Miel“ – ein Honigtropfen am Feigenbaum
Die Ficus carica ‚Pastilière‘ gehört zu den Sorten, die mich immer wieder begeistern. Ihr französischer Beiname „Goutte de Miel“ – Honigtropfen – beschreibt perfekt, was dich erwartet: Eine dunkelviolette Feige, die beim Aufschneiden ein tiefrot leuchtendes, honigsüßes Fruchtfleisch offenbart.
Was die Pastilière aber wirklich besonders macht, ist ihr geschlossenes Auge. Das klingt erstmal technisch, ist aber ein riesiger Vorteil: Die Fruchtöffnung (das „Auge“) bleibt bei dieser Sorte fest verschlossen. Dadurch können weder Regen noch Insekten ins Fruchtinnere eindringen. Das Ergebnis? Deutlich weniger Fäulnis und eine bessere Fruchtqualität, gerade in unserem deutschen Klima mit seinen regenreichen Sommern.
Das geschlossene Auge der Pastilière ist ein entscheidender Vorteil für den Anbau in Mitteleuropa. Während offene Feigensorten bei Regen schnell Probleme mit Fäulnis bekommen, bleiben die Früchte der Pastilière auch bei nassem Wetter intakt. Das macht sie zu einer der zuverlässigsten Sorten für deutsche Gärten.
Geschmack und Frucht
Der Geschmack der Pastilière ist intensiv süß mit einer feinen Beerennote. Stell dir einen reifen Honigtropfen vor, vermischt mit dunklen Waldbeeren und einem Hauch Marmelade. Die Textur ist dabei cremig-weich, fast schon konfitürenartig. Kein Wunder, dass sie in Frankreich zu den geschätztesten Tafelsorten gehört.
Die Früchte sind mittelgroß, birnenförmig und haben eine wunderschöne dunkelviolette bis fast schwarze Färbung bei voller Reife. Das Fruchtfleisch leuchtet tief rubinrot – ein Fest für die Augen und den Gaumen gleichermaßen.
Die Pastilière reift spät – oft erst ab Ende August bis in den Oktober hinein. Geduld zahlt sich hier besonders aus! Die Früchte sind reif, wenn sie sich weich anfühlen und die Schale einen leichten Glanz bekommt. Durch das geschlossene Auge kannst du die Früchte auch etwas länger am Baum lassen, ohne Fäulnis befürchten zu müssen.
Pflege und Standort
Die Pastilière ist erfreulich pflegeleicht. Sie bevorzugt einen sonnigen, geschützten Standort und kommt mit einem durchlässigen Substrat bestens zurecht. Ihr kompakter Wuchs macht sie zur idealen Kübelfeige – auch auf Balkon oder Terrasse macht sie eine gute Figur.
Von April bis August dünge ich alle 2–3 Wochen mit einem kaliumbetonten Dünger. Das unterstützt die Fruchtbildung. Im Sommer braucht sie regelmäßig Wasser, besonders im Kübel – aber Staunässe vermeiden! Ein Tontopf mit guter Drainage ist meine Empfehlung.
Überwinterung
Mit einer Frosthärte von etwa −15 °C gehört die Pastilière zu den robusteren Sorten. In milden Weinbauregionen kann sie mit gutem Winterschutz durchaus im Freiland überwintern. In kälteren Gebieten empfehle ich die Kübelkultur: Einfach in einen frostfreien, dunklen Raum (Garage, Keller) bei 0–5 °C einräumen.
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Fazit: Für wen ist die Pastilière geeignet?
Die Ficus carica ‚Pastilière‘ ist meine Empfehlung für alle, die eine zuverlässige, regenresistente Feige mit ausgezeichnetem Geschmack suchen. Dank des geschlossenen Auges und der guten Frosthärte ist sie auch für Anfänger hervorragend geeignet. Im Kübel auf der Terrasse oder im geschützten Gartenbeet – die Pastilière macht überall eine gute Figur.
Wer in einer regenreichen Region lebt und bisher Probleme mit faulenden Feigen hatte, sollte dieser Sorte unbedingt eine Chance geben.
